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Nichts haben, aber alles geben müssen

335.000 Wohnungslose gibt es in Deutschland, die Zahlen steigen immer weiter. Die Regensburgerin Marianne ist eine von ihnen. An einem Freitagmorgen erzählt sie, wie es dazu gekommen ist und was die Agentur für Arbeit damit zu tun hat. Ein Beitrag von Maria Seigner Marianne ist bereits seit einigen Stunden auf den Beinen. Ihr Gesicht ist blass, dunkle Schatten liegen unter ihren Augen, ihre leichten Falten scheinen über Nacht tiefer geworden zu sein. „Es war keine besonders gute Nacht“, murmelt sie müde und lächelt dünn. Die 43-Jährige fährt sich unruhig durch das ungekämmte braune Haar, betrachtet durch ein beschlagenes Fenster das langsame Erwachen der Stadt. Die Straßen und Gehwege füllen sich mit Menschen, die sich auf den Weg zur Arbeit machen, ihre Kinder in die Kita bringen, den Wochenend-Einkauf erledigen. Regensburg macht sich bereit für einen neuen Tag. Es ist alles wie immer. Oder? Nicht für Marianne. Seit gestern hat sie keine Wohnung mehr, in der sie sich morgens noch einmal in ihre Decken einwickeln kann – laut eigener Aussage weil Behördenversagen sie in die Armut getrieben …

Influencer-Marketing: Virus oder Wundermittel?

Ein Beitrag von Laurent Noichl   Instagram hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Influencer-Paradies entwickelt. Designerklamotten, Luxusreisen oder ein üppiges Frühstücksbuffet vor traumhafter Kulisse: Es gibt nichts, was nicht beworben wird. Früher wurden die vermeintlichen Stars in Fernsehshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Popstars“ geboren. Heute ist das anders. In Zeiten von Facebook, Instagram und Snapchat ist es noch leichter geworden, berühmt zu werden. Diesen Eindruck erwecken zumindest die bunten Instagram-Profile der deutschen Top-Influencer. Eines von vielen Sternchen am Social-Media-Himmel ist Stefanie Giesinger, früher Kandidatin von „Germany’s next Topmodel“. Mit 2,9 Millionen Abonnenten gehört sie bereits  zu den ganz Großen. Auf ihrem Instagram-Account macht sie Werbung für  Mercedes-Benz, L’Oreal-Make-Up und viele andere Unternehmen. Für das Topmodel müssen die Marketingexperten dementsprechend tief in die Tasche greifen. Mehrere Tausend Euro pro Post sollen nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein. Als Gegenleistung für die üppige Finanzspritze flirtet das Topmodel mit einem charmanten Lächeln mit der Kamera und umarmt eine überdimensionale Zahnpasta. Fast 75.000 Menschen haben das Bild auf Instagram geliked. In den letzten Jahren …

„Die Pflicht, Werbung zu kennzeichnen, ist bei viel zu wenigen Instagramern angekommen“

Ein Interview von Laurent Noichl Influencer sind für viele Jugendliche Vorbilder. Für Unternehmen sind sie vor allem Werbeträger. Der Mode-Blogger und Instagramer Thomas Lischka erzählt im Interview, wie er mit dieser Verantwortung umgeht und was im Influencer-Geschäft falsch läuft.   NJB: Der Unternehmer und Digitalisierungsexperte Ibrahim Evsan hat bei den Münchner Medientagen Folgendes gesagt: „Wenn wir Influencer Marketing mit einer Weltreise vergleichen, stehen wir gerade am Flughafen.” Siehst du das auch so? Thomas Lischka: Das sehe ich genauso. Viele Leute in meinem Alter – aber auch ältere – haben gar keinen Fernseher mehr. Die meisten großen Firmen und Labels haben das Potential von Influencer Marketing bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erkannt. In der nächsten Zeit denke ich, dass sie das erkennen werden und es zu einer Umverteilung ihres Marketingbudget kommen wird. Wann hast du mit Instagram angefangen? Wie lange es meinen Instagram-Account gibt, weiß ich gar nicht genau.  Angefangen hat es mit ein paar Selfies und dem ein oder anderen unlustigen Spruch. Vor circa drei Jahren haben mein Bruder und ich unsere Leidenschaft …

Warum etablierte Medien trotz Fake-News-Vorwürfen auf Facebook präsent sein wollen

Ein Beitrag von Lena Lackermeier Fake-News-Schreie, Hate-Speech, massenhaft Falschmeldungen – damit haben etablierte Medien wie Süddeutsche.de oder die Tagesschau täglich zu kämpfen. Warum also nicht einfach aufgeben und keine neuen Posts auf Facebook mehr verfassen? „Das ist keine Option“, sagt Julia Bönisch, Chefredakteurin von Süddeutsche.de beim Panel zum Thema „Fake oder News, Filter-Bubble oder neuer Meinungs-Pluralismus?“ auf den Medientagen München 2017.   Wer die breite Masse erreichen will, muss auf Facebook präsent sein, denn gerade junge Leute informieren sich heutzutage oft ausschließlich übers Internet und die sozialen Medien. „Facebook ist auf dem Medienmarkt unglaublich mächtig und dominant“, sagt Julia Bönisch. Perfekt geeignet, um junge Leser und potenzielle neue Zielgruppen zu erreichen. In einer Zeit, in der Journalisten ihren Monopolauftrag als Gatekeeper – als Schleusenwärter für die Informationsflut, aus der sie die wichtigsten Themen nach ihrer Relevanz filtern – verloren haben und es nahezu jedem einzelnen Facebook-Nutzer möglich ist, eigene Informationen und Inhalte zu verbreiten, leidet das Vertrauen in die Medien enorm. „Nichts hat in der letzten Zeit unser Vertrauen so sehr erschüttert wie die Falschmeldungsskandale und Lügen-Rufe …

Der Sportmarkt der Zukunft – Wer dabei sein will, muss zahlen?

Ein Beitrag von Chrestien Delonge Sportfans müssen sich darauf einstellen, kaum noch Live-Sport im Free-TV zu sehen. Das Aufkommen neuer Streamingdienste im Internet, der Wechsel von Top-Sportevents zu den Bezahlsendern und der immer härtere Kampf um die Übertragungsrechte droht den öffentlich-rechtlichen und den frei empfangbaren privaten Sendern das Wasser abzugraben. Auf den Medientagen München 2017 sprachen Vertreter von Sky, Eurosport, Dazn und ProA Sport über die Zukunft des Sports, und welche Rolle ARD/ZDF und die sozialen Medien einnehmen werden. Neue Player, neue Konkurrenz? Auf dem jahrelang relativ unveränderten Sportrechtemarkt hat sich in den letzten beiden Jahren viel geändert. Nachdem Sky jahrelang mit dem Werbeslogan „Alle Spiele – Alle Tore“ über Jahre die Fußball-Bundesliga fest für sich beanspruchte, werden mit dem neuen Übertragungspaket ab dieser Saison erstmals einige Spiele bei Eurosport und Amazon Prime gezeigt. Sky sichert sich dafür von Sport1 die Rechte an der Handball-Bundesliga und überträgt dort alle Spiele in HD. Auch Basketball und Eishockey sind mittlerweile aus dem frei empfangbaren Fernsehen verschwunden – sie laufen bei der Deutschen Telekom. Etablierte Pay-TV-Sender ziehen also …

kostenloser Online-Journalismus-Workshop

Kostenloser Online-Journalismus-Workshop auf den Münchener Medientagen vom 23. bis 26.10.2017

Du willst bei den nächsten Medientagen nicht nur Flyer sammeln, sondern auch journalistische Erfahrung? Dann bewirb dich bis zum 4. Oktober 2017 für unseren kostenlosen Online-Journalismus-Workshop zum Thema „Vertrauen und Medien“! Hier geht’s zum Bewerbungsformular: http://bit.ly/2fJm28L Bei unserem Workshop lernst du – wie du noch besser schreibst. – wie du soziale Medien als Quellen nutzt und Informationen von dort verifizierst (Stichwort Vertrauen). – wie du deine Inhalte am besten über die sozialen Medien verbreitest. – wie du Interviewpartner perfekt ins Bild rückst – im Foto genauso wie im Handy-Interview. Außerdem bekommst du eine Akkreditierung für den sonst kostenpflichtigen Vortrags-Bereich, um für deine Artikel zu recherchieren und Experten aus Theorie und Praxis zu interviewen. Ganz nebenbei bekommst du spannende Einblicke in die Medienbranche und knüpfst wertvolle Kontakte (Klaas ist auch da!). Am Ende des Workshops wirst du auf den Medientagen zum Thema „Vertrauen und Medien“ recherchiert, geschrieben und gepostet haben und einige praktische Erfahrung mit nach Hause nehmen. Was du sonst noch wissen solltest: – Die Teilnahme ist kostenlos. – Das Seminar beginnt am 23.10.2017, also …

NJB-Seminar „Mobile-Reporting“ vom 15. bis 17. September 2017 in Kloster Banz

Vom 15. bis 17. September 2017 findet das „Mobile-Reporting“-Seminar mit Marcus Boesch in Kloster Banz statt (gefördert von unserem Kooperationspartner Hanns-Seidel-Stiftung). Mobile-Reporting ist: # (fast) quadratisch: mit dem Smartphone # praktisch: alles, was man dafür braucht, passt in die Hosentasche # gut: wenn man weiß, wie es geht! Genau hier setzt unser Seminar „Mobile-Reporting“ an. Marcus Boesch ist Experte für Mobile-Reporting und nimmt uns drei Tage lang mit in die Welt der mobilen Berichterstattung. Das Seminar ist nichts zum Zurücklehnen, denn hier wird produziert. Wie kann ich mit dem Smartphone Fotos, Audios und Videos aufnehmen? Welche Programme gibt es? Welche Schnittsoftware sollte ich verwenden? Diese und andere Fragen werden beantwortet. Egal, ob Print, Online, Radio, TV, Social Media, PR oder Blog – Mobile-Reporting geht immer. Marcus Boesch lebt und arbeitet als Journalist und Unternehmer in Berlin. Er ist Geschäftsführer des Game-Studios the Good Evil GmbH und Gründungsmitglied des Virtual-Reality-Studios Vragments GmbH. Beide Unternehmen wurden von der Bundesregierung als „Kultur- und Kreativpilot Deutschland“ (2013 und 2016) ausgezeichnet. Als zertifizierter Dozent (ISO / Google Tools) publiziert, unterrichtet und berät …

Journalisten unter Druck: Die Pressefreiheit in Polen

Michał Kokot sieht die Pressefreiheit in seinem Land in Gefahr. Seit November 2015 regiert in Polen die nationalkonservative Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) mit absoluter Mehrheit und baut den Staat im Eiltempo um. Parteichef Jaroslaw Kaczynski kündigte eine grundlegende „Reparatur des Staates“ an. Das Verfassungsgericht wurde entmachtet. Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ rutschte Polen um 29 Plätze auf Rang 47 von 180 Staaten ab. Der Journalist Michał Kokot von der „Gazeta Wyborcza“, der zweitgrößten überregionalen Tageszeitung und wichtigstes Organ der Meinungsbildung in Polen, weiß im NJB-Interview davon zu berichten.

NJB-Seminar „Investigative Recherche 2“ von 23. bis 25. April 2017 in Kloster Banz

Vom 23. bis 25. April 2017 findet das „Investigative Recherche 2“- Seminar mit Christiane Hawranek vom Bayerischen Rundfunk (BR) und Otto Lapp, Chefreporter beim Nordbayerischen Kurier, in Kloster Banz statt (gefördert von unserem Kooperationspartner Hanns-Seidel-Stiftung). Christiane Hawranek, Reporterin Redaktion BR-Recherche, erarbeitet sich gerne schwierige Themen, wenn es sein muss investigativ und notfalls monatelang. Ihr Schwerpunkt sind die Bereiche Medizin und Justiz. Dafür bekam sie Journalistenpreise, unter anderem den Axel Springer-Preis und den Georg Schreiber-Medienpreis. Otto Lapp ist einer der Reporter des Jahres 2013. Investigative Recherche bedeutet nichts anderes als die Suche nach einem möglichst großen Stück Wahrheit. Sie ist Teil des investigativen Journalismus. Dieser dient in Demokratien zur Kontrolle der Macht und wird in diesem Sinne auch als „Watchdog-Journalism“ bezeichnet. Sein Ziel ist es, Machtmissbrauch, Korruption und Fehlverhalten ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, Missstände aufzudecken, zu warnen und zu Reaktionen und Reformen zu animieren. Investigativer Journalismus ist also hauptsächlich kritischer, vertiefender Journalismus, der auf der Grundlage von intensiver Recherche bisher unbekannte Sachverhalte von gesellschaftlicher Relevanz öffentlich macht. Das Seminar richtet sich an alle Teilnehmer vom letzten Jahr, aber auch an alle anderen …

#24hZukunft am 1. und 2. April 2017 in Potsdam-Babelsberg

Die Jungen Journalisten im DJV haben eine spannende Tagung zusammengestellt: #24hZukunft in Potsdam-Babelsberg. Und genau: Es geht 24 Stunden lang um Innovation im Journalismus und einhergehende Haltungsfragen. Dazu gibt es ein Programm mit Workshops zu: Mobile Reporting, Drohnenjournalismus, Recherche in Social Media, erfolgreiche Selbstständigkeit, 360-Grad-Videos oder Programmieren für Journalistinnen. Gäste sind u.a. der Mitgründer von Correctiv Daniel Drepper, Isa Sonnenfeld vom Google News Lab und Andreas Rickmann, Sozialmedia-Leitung bei Bild.de. NJB-Mitglieder können zum vergünstigten Preis von 70 Euro (statt 110 Euro) teilnehmen. Wann und Wo: 1. und 2. April 2017 im Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) und in der ems – electronic media school in Potsdam  Weitere Infos: www.djv-24stunden.de, für vergünstigte Tickets bei: wer@djv.de melden.

njb edition ausland online!

Selbst vom dauernden Fernweh geplagt und von der journalistischen Neugier getrieben hat sich die edition-Redaktion dieses Jahr für das Thema „Ausland“ entschieden. Noch nie war der Weg dahin so einfach. Unser Leben noch nie so international geprägt. Das Reisen wird immer selbstverständlicher. Nachrichten aus der ganzen Welt tragen wir smart in der Hand.